Das Funknetz an der Uni Bayreuth kommt bei den Studenten prima an.
Bereits 1200 Hochschüler haben sich mit Ihrem Notebook als Nutzer
registrieren lassen. "Bayreuth muss schließlich als Universität
interessant bleiben", sagt Andreas Grandel, Leiter des
Rechenzentrums. "Von überall her kann man auf das neue lokale
Funknetz zugreifen, sogar in der Cafeteria."
Offensichtlich sind dem technikverliebten Rechenzentrumsleiter,
einigen Professoren und den 1200 Studenten nicht die Risiken bekannt,
der hinter der neuen Technik lauern. Insbesondere die Funkkarten in
den Laptops sind eine beachtliche Strahlenschleudern. Im
nachfolgenden ist die neue Funktechnik näher beschrieben:
Was ist ein WLAN ?
Ein WLAN (wireless local area network, lokales Funknetzwerk) dient
zur drahtlosen Vernetzung von mehreren Personal Computern (PC) oder
Notebooks, um die Verlegung von Kabeln zu sparen. Ferner ermöglicht
es über einen sogenannten Access Point (Zugangspunkt, Zugangsknoten)
den drahtlosen Zugang zum Internet, E-Mail, usw. oder zu einem
vorhandenen drahtgebundenen Netzwerk (Intranet).
WLANs erscheinen erst einmal einfach und praktisch. Man kann sich ein
Netzwerk einrichten, ohne Kabel zu verlegen und dabei ggf. Mauern
durchbohren oder Schlitze schlagen zu müssen. Dazu kommt der
allgemeine Preisverfall der einzelnen Systemkomponenten: eine
Grundkonfiguration von Access Point und PC-Card ist heute schon für
120 - 150 Euro zu haben.
Strahlungsbelastung durch WLANs
Die Universität Bremen hat auf Ihrem Campus ein dichtes Netz von WLAN
Access Points eingerichtet. Im Jahr 2001 hat sie ein Gutachten "zur
Feststellung der Belastung durch hochfrequente elektromagnetische
Strahlung durch Funk- Netzwerke" anfertigen lassen. Die
Messergebnisse zeigten starke Schwankungen: von 0,5 bis 2.504 µWatt/m2
reichte die Spannweite bei den Access Points. An einem Notebook ergab
sich im Abstand von 1,50 Meter ein Messwert von 1.580 µWatt/m2, im
Abstand von 0,10 Metern ein erschreckender Wert von 49.960 µWatt/m2
(zum Vergleich: der baubiologische Vorsorgewert liegt bei 10 µWatt/m2).
ÖKO-TEST hat im Magazin 10/2003 acht Messergebnisse von Access Points
veröffentlicht. Je nach Modell gab es Schwankungen von 1.220 bis
101.500 µWatt/m2. Die Mehrzahl lag um 1.500 µWatt/m2.
Daraus leitete ÖKO-TEST folgende Empfehlung ab:
Mit dem Acess-Point den größtmöglichen Abstand zu
Daueraufenthaltsorten (insbesondere Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer)
einhalten.
Da die Access-Points Dauersender sind, ist es ratsam, sie an eine
schaltbare Steckdosenleiste anzuschließen, die bei Nichtgebrauch
ausgeschaltet wird.
Benutzer, die sich per Notebook oder PC in WLAN einwählen, sollten
zudem wissen, dass die eingebaute Funkkarte mit bis zu 15.000 µWatt/m2
in einem Meter Abstand strahlen kann, auch wenn WLAN nicht aktiv ist.
Zur Qualität der Strahlung
Die abgestrahlten Signale der digitalen Funkdienste GSM-Mobilfunk,
DECT-Schnurlostelefone und WLAN weisen hohe Gemeinsamkeiten auf: Es
handelt sich in allen genannten Fällen um periodisch gepulste
Strahlung, und die Basisstationen der Systeme senden permanent, auch
wenn gar keine Nutzdaten übertragen werden. Im Gegensatz zu
Mobiltelefonen sind WLAN-Produkte nicht leistungsgeregelt.
Die Benutzer der mit WLAN-Karten ausgestatteten Notebooks bzw. mit
WLAN-Adaptern versehenen PCs befinden sich zwangsläufig in großer
Nähe zur Sendeantenne und sind entsprechend hohen Immissionen
ausgesetzt.
Aufgrund der oben genannten Messergebnisse kann eine gesundheitliche
Unbedenklichkeit keineswegs attestiert werden.
Literaturquelle:
Zeitungsbericht des Nordbayerischen Kurier vom 2.8.04
Dr.-Ing. Martin H. Virnich, Mönchengladbach: "WLAN-Anwendungen für
Hot Spots"
Der gesamte Text von Dr. Virnich einschließlich Graphiken und
Tabellen steht als Download
unter
http://www.elektrosmog-messen.de/wlan-technik.pdf zur Verfügung.