Nachts um drei ist es mit der Ruhe vorbei

  

Offenbach Post Lokales 20.9.2002

Dreieichenhain (ötu) Wenn mehr als 20 Leute in verschiedenen Häusern und Straßen jede Nacht gegen drei, vier Uhr aufwachen, manche überhaupt nicht mehr einschlafen können, andere nur in einen leichten Schlummer fallen, sich alle nervös und kribbelig fühlen, dann kann das kein Zufall sein, meint Sabine Gehrmann-Einsporn aus der Alten Bogengasse.

Sie ist sich mit den anderen darin einig, dass die teilweise massiven gesundheitlichen Probleme einzig und allein auf die Mobilfunkantennen zurückzuführen sind, die auf einem Wohn-- und Geschäftshaus in der Solmischen Weiherstraße und auf dem Feuerwehrhaus in der Dorotheenstraße installiert sind. Fast alle der etwa 20 Personen aus der Fahrgasse und den angrenzenden Seitenstraße klagen über die gleichen oder ähnliche Symptome, die auch die bundesweite Initiative für umweltverträglichen Mobilfunk als typische Folgen einer Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen in der Nähe auflistet. Sie nennen sich inzwischen „Schlaflose Haaner".

Zuerst habe jeder gedacht, es gehe nur ihm so, bis er dann vom Nachbarn das gleiche gehört habe. Inzwischen treffen sie sich einmal in der Woche in kleinem Kreis, um Erfahrungen auszutauschen, Tipps und Informationen weiterzugeben. „Ich habe auch Angst wegen unserer drei Kinder", sagt Sabine Gehrmann-Einsporn. Eine Familie habe das Schlafzimmer mit Schutzmatten ausgestattet, ein Nachbar fahre immer mal Richtung Darmstadt, um dort in einem Hotel richtig auszuschlafen; andere versuchten mit Johanniskraut oder Baldriantee zur Ruhe zu kommen. Doch die Erfolge seien mäßig, „und es sind ja auch nur faule Kompromisse". An individuellen Schlafstörungen liege es jedenfalls nicht, denn im Urlaub hätten sie alle keine Probleme damit. Wie es den Nachbarn der Feuerwehr gehe, wisse man gar nicht. „Wir haben im Moment noch genug mit uns selbst zu tun".

Die „Schlaflosen Haaner" fühlen sich zwar von einer breiten Welle der Sympathie getragen - beim verkaufsoffenen Sonntag vor wenigen Wochen haben sie „ganz schnell" mehr als hundert Unterschriften für ihre Forderung erhalten, die Grenzwerte für die Strahlenbelastung von Mobilfunkantennen nach unten zu setzen. Ganz konkret fordern sie jedoch: „Die beiden Mobilfunkanlagen müssen schnellstens verschwinden." Kontakt mit der Gruppe ist unter Tel. 98 55 44 oder Tel. 83 04 09 möglich.

  

  
Melatonin

Vermehrte wissenschaftliche Aufmerksamkeit gewinnt die verminderte Melatoninproduktion durch Elektro-smog. Durch Studien von Prof. Wolfgang Löscher an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und anderen Wissenschaftlern wurde inzwischen bewiesen, dass die nächtliche Melatoninsynthese durch einwirkende elektrische und magnetische Wechselfelder stark reduziert wird. Dies ist von grosser Bedeutung, weil sich dadurch die natürliche Schutzwirkung des Melatonins gegen Krebs verringert. Aber auch für Störungen des Biorhythmus, Schlafstörungen, Müdigkeit, Depressionen und Immunschwäche wird die verminderte nächtliche Melatoninausschüttung durch Elektrosmog verantwortlich gemacht.

 

   
Langschläfer ticken schneller
  

Schlafen Kinder nachts eine Stunde länger, erhöht sich ihre Konzentrationsfähigkeit. Das haben Wissen-schaftler der Universität Tel Aviv herausgefunden. Die Langschläfer schnitten bei einem Reaktionstest am Computer deutlich besser ab als die Kinder, die eine Stunde weniger geschlafen hatten.   

  
Quelle: ÖKO-TEST  Nr.6 Juni 2004

  
Schon im Oktober 1999 begründeter Verdacht
   

Hier noch ein kurzer Ausschnitt aus "ZUP - Zürcher Umweltpraxis" Nr 21, Okt. 1999

  

Auch bei schwacher nicht ionisierender Strahlung, die unterhalb der Immissionsgrenzwerte liegt, treten biologische Wirkungen auf. So wurden physiologische Änderungen von Zellen nachgewiesen. Bei Versuchstieren wird die Ausschüttung des Hormons Melatonin während der Nacht beeinflusst. Immer häufiger berichten außerdem Personen über Schlafstörungen, Augenflimmern, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen, die sie auf elektromagnetische Felder zurückführen. ....
Einige Studien werden erwähnt...
Insgesamt begründen diese Ergebnisse und Erfahrungen den Verdacht, dass eine Gesundheitsbeeinträchtigung bei niedrigen Intensitäten möglich ist; wissenschaftlich ist dies beim heutigen Wissensstand allerdings nur ungenügend.

  

Helmut Langenbach  
Mitglied der Bürgerwelle e.V. 
E-Mail: strahlung.gratis@online.de