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| Quelle: Informationszentrum gegen Mobilfunk | |||||
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Rätselhaftes Rindersterben auf dem Stengel-Hof im Donau-Ries |
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Mein Name ist Friedrich Stengel. Seit vielen Jahren
betreiben meine Frau Doris und ich am Ortsrand von Oettingen (Bayern)
eine kleine Landwirtschaft mit Milchkühen. Unser Viehbestand war
gesund und die Kühe kalbten regelmäßig. Dann, Ende 1997, wurde
unmittelbar neben unseren Viehweiden ein Funkturm errichtet, der
u. a. eine Mobilfunk-Sendeantenne mit Rundstrahlcharakteristik trägt.
Die Regulierungsbehörde nennt für den Senderstandort (Nummer 540789)
einen Sicherheitsabstand von 4,85 m in horizontaler wie vertikaler
Richtung. Da sich die Sendeantenne des Betreibers T-Mobile
in rd. 33 m Höhe auf der Turmspitze befindet, sollten Mensch und Tier
keinen schädlichen Funkfeldern ausgesetzt sein – dachten wir damals.
Bereits im Frühjahr 1998 fällt uns auf, dass etwas nicht stimmt: Die Schwalben, die sonst unseren Hof jeden Frühling besuchen – sie bleiben plötzlich aus. Bis heute meiden die Zugvögel unser Anwesen, benachbarte Höfe in wenigen 100 Meter Entfernung werden jedoch von den Schwalben wie eh und je bevölkert. Erst später fällt uns auf: Auch Stechmücken und Bremsen meiden die Gegend um den Sendeturm, was eine plausible Erklärung für das Wegbleiben der insektenfressenden Vögel sein könnte. Im Sommer 1998 erkranken bei uns die ersten Kühe. Auffällig ist, dass sie auf die Behandlung durch den Tierarzt nicht ansprechen. Auch die Anzahl der Totgeburten am Hof beginnt jetzt zu steigen. Zu diesem Zeitpunkt rätseln wir noch über die Ursachen, denn es gab keine nennenswerten Veränderungen in der Tierhaltung und der Fütterung oder offenkundige zusätzliche Umweltbelastungen, etwa in der Art einer benachbarten Sondermüllverwertung. Noch trifft den nahen Funkturm kein Verdacht. Erst zwei, drei Jahr später wird uns die Problematik mit dem Mobilfunksender bewusst: Der Tierarzt, der unseren Hof seit 1984 betreut, gibt uns den entscheidenden Hinweis. Wir fangen an uns zu informieren. |
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Die Blutbilder der Kühe weisen klar auf Strahlungsbelastung hin
Auch das BVD/MD-Virus scheidet als Krankheitsursache aus. Dieses Virus verursacht Totgeburten und Missbildungen. Bei der 1999 durchgeführten Bayerischen Rinderstudie hatte rd. 1/3 der ausgesuchten Höfe diesen BVD/MD-Virus, was später zum Anlass genommen wurde, die gesamte Studie in Frage zu stellen. Wir waren an der Rinderstudie nicht beteiligt und auf unserem Hof gab und gibt es das Virus nicht: Blutuntersuchungen auf das Vorhan-densein von Verwerfungserregern zeigen keinerlei Befund. Verwerfung, ein Begriff aus dem Veterinärwesen, bezeichnet Abgänge, Fehlgeburten und Totgeburten – also Schwangerschaften mit tödlichem Ausgang. |
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Bayerisches Umweltministerium kann das Rätsel nicht lösen Als wir unseren Fall schließlich dem Bayerischen Umweltministerium vortragen, unterstellt man uns erst einmal Fehler bei der Viehhaltung. Unangemeldet kommt der Amtstierarzt. Er soll womöglich eindeutige Belege für schlechte Haltung oder schlechte Futterbedingungen finden, stellt jedoch nichts dergleichen fest. Eine Woche später kommt der Amtstierarzt erneut, diesmal nimmt er den Tieren Blut ab. Offenbar will man jetzt anhand der Blutbilder Krankheiten oder Fütterungs-fehler nachweisen. Doch auch dies gelingt nicht, obwohl die Blutwerte die geschilderten Defizite zeigen. Im März 2001 kommt der Amtstierarzt im Auftrag des Umweltministeriums ein weiteres mal und nimmt den Tieren wieder Blut ab. Die Blutwerte sehen jetzt besser aus. Aber: Die Tiere waren den Winter über im Stall und sind dort vor den Mobilfunkfeldern besser geschützt sind als auf der Weide. Die Blutentnahmen werden im September 2001 wiederholt. Nun sind, nach etlichen Monaten auf der Weide, die Werte der Tiere wieder deutlich schlechter als im März. Im darauf folgendem Jahr 2002 kommt es zu einer Wiederholung der kompletten Prozedur, mit vergleichbaren Ergebnissen.
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Krankheitssymptome und unser Verlust an Tieren
Unsere Mutterkühe verendeten wegen der hohen Anzahl an Fehlgeburten. So haben tot geborene Kälber z. B. zur Folge, dass die Nachgeburt nicht abgeht. Das Immunsystem der Kühe ist so geschwächt, dass ihnen selbst mit Antibiotika nicht mehr zu helfen ist. Die Tiere verenden dann an einer Infektionen. Dies kann sich über mehrere Wochen hinziehen, bis eine Kuh schließlich an den Folgen der Fehlgeburten stirbt oder eingeschläfert werden muss. Im Gefolge von Fehlgeburten beobachteten wir bei den Muttertieren weitere Erkrankungen: Nach etwa sechs Wochen kommt es an den Gelenken, am Maul und am Kopf zu unerklärlichen Schwellunge und die Kühe haben Wasser in den Beinen. Die Tiere können letztlich nicht mehr aufstehen, sie müssen eingeschläfert werden oder verenden. Auf diese Weise haben wir seit Errichtung des Sendemasten bis heute (Oktober 2004) folgenden Tierbestand verloren: |
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Klageweg schon im Ansatz gescheitert Wir haben versucht, den entstandenen Schaden und die Demontage des Masten gegenüber T-Mobile einzuklagen, sind aber schon im Ansatz gescheitert: Der beauftragte Rechtsanwalt bekam zwar anfänglich von unserer Rechtsschutzversicherung noch eine Deckungszusage, doch als wir dann ein Gutachten brauchten, kam die fristlose Kündigung des Versicherungsschutzes. Wir hätten einen Präzedenzfall schaffen können. Aber ohne Versicherungsschutz braucht man gar nicht anfangen zu klagen, die Gutachten sind dafür viel zu teuer. |
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Politprominenz und Petitionsausschuss halten sich zurück
Im September 2003 wandten wir uns an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags. Das Antwortschreiben (PDF, 20 KByte) macht überraschend deutlich, dass wir mit unserem Problem keineswegs allein auf weiter Flur dastehen. Denn dort heißt es, die Bearbeitung unseres Anliegens würde “zusammen mit einer großen Anzahl sachgleicher Eingaben” erfolgen und sei daher noch nicht abgeschlossen. Greifbare Ergebnisse erbrachte auch der Weg über den Petitionsausschuss bis heute nicht. |
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Im Jahr 2004 hat sich die Situation gebessert Zur Prüfung der Strahlungsintensität kauften wir uns einen kleinen Breitbandtester. Dieses Gerät meldete uns vor der amtlichen Messung im Januar 2002 eine deutlich höhere Intensität als nach dieser Messung. Möglicherweise wurde die Sendeleistung reduziert oder es hängt damit zusammen, dass ab 2002 der T-Mobile-Sender neben unseren Weiden nicht mehr der einzige Sender im Ort war. Im Jahr 2004 ging die Belastung weiter zurück. Unsere Tiere reagierten darauf positiv: Wir verloren bisher nur ein Kalb durch Frühgeburt im 7. Monat. Trotz dieser Besserung können wir jedoch nicht zufrieden sein, denn wir haben keinerlei Einfluss darauf, dass die Strahlungsbelastung weiterhin niedrig bleibt. Außerdem ist derzeit nicht abzusehen, wer – außer uns – für den bereits entstandenen Schaden aufkommt. |
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| Quelle: Informationszentrum gegen Mobilfunk | |||||
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Helmut
Langenbach |
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