Chip-Implantate explodieren im Körper

 

25.10.2004

Gerade eben hat die US-Regierungsbehörde 'Food and Drug Administration' (FDA) das Implantieren von RFID- Chips erlaubt, da tauchen die ersten Hiobsbotschaften auf. So leuchtet auch dem Laien ein, dass die kleinen Metallplättchen Entzündungen oder andere Abstoßreaktionen im Körper auslösen können. Abenteuerlich wird es jedoch offenbar, wenn eine Person mit implantiertem Chip in einen Kernspintomographen geschoben wird – dann nämlich kann das Implantat im Körper 'verglühen', schreibt die FDA in einem Brief.

Bei metallischen Implantaten kann es bei der Untersuchung in solchen Geräten zu elektrischen Stromflüssen kommen. Dies wiederum könne zur Erhitzung und anschließend zur Verbrennung führen. Daneben bestehe die Gefahr von elektrischen Schlägen. Dass die Implantate – ähnlich wie Silikon-Pölsterchen in aufpolsterungswürdigen Körperteilen – auch verrutschen können, erscheint vor diesem Hintergrund eher harmlos.

Die Warnungen beschrieb die FDA in einem Schreiben an die 'Digital Angel Corporation'. Das Unternehmen war bis vor kurzem an der US-Firma 'Applied Digital Solutions' (ADS) beteiligt, das die Chip-Implantate herstellt. Recht unerwartet zog  sich Digital Angel vergangene Woche jedoch zurück und verkaufte alle Anteilsscheine im Wert von 4 Millionen Dollar. Beobachter spekulieren nun über einen Zusammenhang mit dem wenig erfreulichen Inhalt des Briefs.
 
Quelle:Westfälische Rundschau vom 2. März 2010
  Chip im Körper

Die Deutschen vertrauen der neuen Technik immer mehr. Jeder Vierte wäre inzwischen sogar bereit, sich einen Computerchip einpflanzen zu lassen, etwa für eine schnellere Ortung bei Unfällen. Das ergab eine Bitkom-Umfrage.

  Chip im Supermarkt

Einige würden sich Chips sogar einpflanzen lassen, umdas Einkaufen bequemer zu machen oder Eingangskontrollen schneller zu passieren.

 
 
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Chip-Implantierung
Ein etwa 12mm langer Glaszylinder mit 2mm Durchmesser dessen Größe es erlaubt, ihn auch in ambulanter Behandlung einzusetzen.

 

 

US-Patienten bekommen Chips unter die Haut

"VeriChip" nimmt die letzte Hürde

14.10.2004

Die US-Regierungsbehörde 'Food and Drug Administration' (FDA) hat den Einsatz des 'VeriChips' zur Speicherung medizinischer Daten genehmigt. Dieser RFID-Chip ist umstritten - er wird unter die Haut implantiert. Hersteller ist das US-Unternehmen 'Applied Digital Solutions' (ADS).

ADS hatte vor einem Jahr für Aufsehen gesorgt, als sich eine ganze Familie den Chip einsetzen ließ. In Zusammenarbeit mit einem Waffenproduzenten hatte das Unternehmen zudem eine Lösung entwickelt, bei der einem Waffenbesitzer ein Chip in die Hand implantiert und die Waffe mit einem Scanner ausgerüstet wird. Sinn des Ganzen: Die Waffe feuert angeblich nur, wenn sie vom rechtmäßigen Besitzer benutzt wird. Im Juli machte ADS erneut Schlagzeilen, als sich Mexikos Generalstaatsanwalt Rafael Macedo einen Verichip einpflanzen ließ - unter anderem, um nach einer Entführung leichter auffindbar zu sein.

Nach Angaben des Unternehmens haben mittlerweile etwa 1000 Mexikaner den Chip unter der Haut, viele davon aus medizinischen Zwecken. Mit der Entscheidung der FDA darf der Chip in den USA medizinische Informationen - etwa zu Allergien oder früheren Behandlungen - enthalten. ADS teilte mit, etwa 200 amerikanische Schmerz-Zentren mit Chip-Scannern zu beschenken. So solle der Markteintritt des Unternehmens beschleunigt werden, hieß es.
  

RFID oder Barcode - Hinweisschildchen soll beim Unterscheiden helfen

Wissenschaftler prophezeit die totale Überwachung

11.10.2004

Um die Übergangsphase zwischen Barcode und RFID zu erleichtern, hat ein US-Standardisierungsgremium eine spezielle Markierung entwickelt. Sie kennzeichnet, welches Etikett mit welcher Technologie ausgerüstet ist. Das soll Angestellten, die die Schildchen mit speziellen Handhelds auslesen, die Arbeit erleichtern. Die Markierung wird international einheitlich eingesetzt.

Die 'AIM RFID Mark' ist ein auffälliges Bild, das einen Code aus zwei Buchstaben beinhaltet, die den Typ des Datenträgers und den Dateninhalt definieren. Vorbild für das System ist die Kennzeichnung verschiedener Recycling-Wertstoffe, so Daniel Mullen, Präsident der 'AIM Global Standards Action Group', gegenüber US-Medien. "Durch das Recycling-Logo wissen die Menschen vielleicht nicht, welcher Plastik-Typ durch die '5' in dem Logo bezeichnet wird, aber sie wissen, ob ihr örtliches Recycling- Zentrum den Abfall akzeptiert oder nicht. Nach dem selben Prinzip werden Arbeiter die Codenummern der RFID-Etiketten erkennen, die sie auslesen müssen." Ursprünglich hatte der Flugzeugbauer Boeing die AIM RFID Mark gefordert, um damit den Einsatz von RFID-fähigen Barcode-Etiketten auszuweiten.

Auch das US- Verteidigungsministerium will die Markierung für seinen Etiketten-Standard verwenden. Unterdessen prophezeit der Computerwissenschaftler Gaetano Borriello von der Universität Washington eine flächendeckende Überwachung per RFID-Technik. So würden schon in naher Zukunft Armbanduhren auf den Markt kommen, die den Nutzer zum Beispiel an wichtige Dinge erinnern würden. Andererseits würden diese Geräte auch ständig den Aufenthaltsort der Menschen überwachen. Zusammen mit Intel hat Borriello den Prototyp einen solchen RFID-Armbanduhr entwickelt.
  

Chip-Implantat ist der Schlüssel zu Mexikos Informationszentrum

Sicherheit, die unter die Haut geht

14.07.2004

Ist es übertriebene Vorsicht oder berechtigte Sorge - in Mexiko jedenfalls tragen Mitarbeiter eines Hochsicherheits-Rechenzentrums neuerdings einen Chip unter der Haut, der ihnen Zugang zum Areal gewährt. Nebeneffekt: Im ganzen Land kann der Träger lokalisiert werden. Der Generalstaatsanwalt Rafael Macedo ist einer derjenigen, die ein Implantat in sich tragen und auf diese Weise Zugang zum Nationalen Informationszentrum, einer riesigen Datenbank, haben. "Wir machen das, weil es ein Hochsicherheitstrakt ist", zitiert ihn Reuters.

Der Chip sei auch nicht mehr zu entfernen, sondern nur deaktivierbar, selbst wenn der Fremdkörper in seinem Arm manchmal ein wenig schmerze. Macedo kam die kleine Operation ganz gelegen, weil er Angst vor einer Entführung hat und diese in Mexiko derzeit an der Tagesordnung sind. Zwischen 1992 und 2002 sind 15.000 Personen entführt worden, nur im kriegsgebeutelten Kolumbien waren es mehr. Der GPS-Chip kann dessen Träger an jedem Ort im Land auffinden, vorausgesetzt er wird nicht deaktiviert.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Kidnapper hinter die Sicherheit, die unter die Haut geht, kommen. Dass die Gefahr durch Kriminelle im Land ungehindert wächst, zeigt auch ein Protestmarsch von rund einer Million Landsleuten, die im Juni gegen die lasche Verbrechensbekämpfung der Regierung demonstrierten.
   

"Intelligente Waffe" soll Besitzer identifizieren

Chip-Implantat in der Hand soll Missbrauch verhindern

16.04.2004

Die Ideen, wofür RFID-Chips (Radio Frequency Identification) alles eingesetzt werden können, treiben immer neue Blüten. Der US- Chiphersteller VeriChip will jetzt mit Hilfe von RFID Waffen "intelligent" machen. Die so genannten 'Smart Guns' sollen nur noch dann feuern, wenn sie sich in der Hand ihres rechtmäßigen Besitzers befinden.
In Zusammenarbeit mit dem Waffenproduzenten FN Manufacturing hat VeriChip nach eigenen Angaben ein System entwickelt, dass bereits innerhalb eines Jahres zum Einsatz kommen könnte. Dabei soll dem Besitzer ein RFID-Chip in die Hand implantiert werden, die Waffe wiederum werde mit einem Scanner ausgerüstet.

Ein erster Prototyp sei bereits fertig, hieß es. Das System könnte zum Beispiel bei Polizeiwaffen zum Einsatz kommen. Wenn ein Polizist seine eigene Waffe in der Hand hält, entriegele ein digitales Signal den Abzug, so dass er feuern kann. Hält jedoch ein Kind oder ein Krimineller die Waffe in der Hand, wäre sie nutzlos.

Auch beim Militär oder im Privatbereich wäre der Einsatz der Smart Guns denkbar. "Wenn man die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten bedenkt, kann man sich leicht vorstellen, wie viele Leben durch die Technologie gerettet werden könnten", sagte VeriChip-Präsident Keith Bolton gegenüber US-Medien. Kritiker verwiesen dagegen auf mögliche Fehlfunktionen. So könne die Hand eines Polizisten im Kampf verletzt werden, seine Waffe wäre dann auch für seinen Einsatzpartner nutzlos. Bolton sagte jedoch, an solche Eventualitäten habe man bereits gedacht. Die Waffen könnten so programmiert werden, dass sie von mehreren Personen benutzt werden können.
   

Funkchips kommen erst auf die Kreditkarte, später in den Oberarm

Die Kreditkarte wandert unter die Haut

26.11.2003

Das Kreditkartenunternehmen Mastercard testet derzeit Funkchips, die für eine zusätzliche Authentifizierung oder gar die tatsächliche Zahlungsabwicklung genutzt werden könnten. Die RFID-Bauteile (Radio Frequency Identification) sind etwa so groß wie ein Reiskorn und werden vom Hersteller ADS zunächst auf die herkömmlichen Kreditkarten aufgebracht. Es gibt aber schon Überlegungen, den Kunden auch eine Implantierung des Kreditkarten-Funkchips anzubieten.

Dann könne man mit den Funksignalen aus dem Oberarm bezahlen - statt mit dem 'guten Namen'. Applied Digital Solutions versucht, seinen 'Verichip' bei verschiedenen Unternehmen mit großen Kundenzahlen unterzubringen. So können bereits Autofahrer bei Tankstellen von Exxon-Mobil mit einem Schlüsselanhänger bezahlen, in den ein personalisierter Funkchip untergebracht ist.

Der Gang zur Tankstellenkasse entfällt damit. Aber auch die Fastfood-Kette McDonald's testet das drahtlose Bezahlen im Großraum Chicago bereits. ADS versucht schon seit längerem, seine Produkte ins Gespräch zu bringen - mit zumindest unkonventionellen Methoden. Im vergangenen Jahr ließ sich eine ganze Familie die Chips des Herstellers unter die Haut schieben. Die IT-Aufrüstung von Vater, Mutter, Kind wurde live im US-Fernsehen übertragen.
  
Die Durststrecke könnte länger werden als die Industrie glauben möchte
RFID rennt gegen immer größere Probleme an

04.11.2003

Die ehrgeizigen Pläne der großen US- Einzelhandelsketten zur Einführung der Warenlogistik per Kurzstreckenfunk-ID- Systeme (RFID) sind offenbar nicht zu halten. Analysten wie Kara Romanow von AMR Research warnen jetzt aber davor, sich zu sehr auf die Deadline 'Januar 2005' zu verlassen. Bis zu diesem Termin werden es nicht einmal die 100 größten Lieferanten der weltgrößten Supermarktkette schaffen, ihre Produkte oder auch nur die angelieferten Paletten mit den Funkmodulen auszustatten.

Zum einen sei der Preis von 20 bis 30 US-Cent derzeit noch ein großes Hindernis. IBM Business Consulting rechnet mit Kosten von durchschnittlich 5 US-Cent erst dann, wenn die Hersteller wie Texas Instruments oder Philips Semiconductor in weitaus höhere Stückzahlen absetzen können. Bis es soweit ist, müssten die Pionier-Anwender die höheren Kosten tragen. Zum anderen werden die Warnungen vor technischen Problemen immer lauter.

Die Funksignale, die man den Chips mit ihren Antennen entlocken kann, seien zu schwach, um beispielsweise Flüssigkeiten zu durchdringen. Wenn aber Paletten mit Getränke-Dosen erfasst werden sollen, sei das nicht praktikabel. Zum anderen seien Störungen aufgetreten, sobald die Chips von Zellophan-Folie bedeckt waren. Dazu gibt es kaum Erfahrungen mit eingeschweißten Produkten, stellt Romanow klar. Abseits der Diskussion um Datenschutz und die Warnungen von Verbraucherschützern vor dem "gläsernen Konsumenten" hat die Industrie noch mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen.

Die Durststrecke bis zu einem profitablen Einsatz der Technik könnte gerade für kleinere Anbieter zu lange dauern. Wenn das den potenziellen Geldgebern für Risikokapital klar werde, so die Warnung, dann werde es noch schwerer, RFID zum Durchbruch zu verhelfen – auch wenn sich IT-Größen wie IBM und Sun mit geballter Überzeugungskraft dahinterklemmen wollen. IBM übrigens bleibt auch bei RFID nicht unangefochten.

Der Unternehmensberater Accenture will ebenfalls vom Beratungsbedarf seiner Kunden profitieren und ihnen den Weg in die RFID-Technik weisen. Bis es soweit ist, wird der 30 Jahre alte Barcode noch seinen Dienst tun.
   

US-Forscher ziehen sich aus RFID-Forschung zurück

Kommerzielle Nutzung steht vor der Tür von Warenlager und Supermarkt

24.10.2003

Das Massachusetts Institute of Technology wird sich zum Monatsende aus der Entwicklung von Standards für die RFID-Technik (Radio Frequency Identification) zurückziehen. Der Übergang zur kommerziellen Anwendung mache eine Umwandlung des bisherigen 'Auto-ID Center' in die 'Auto-ID Labs' notwendig, sagte dessen Geschäftsführer Kevin Ashton. In das universitäre Forschungslabor haben Einzelhandelsriesen wie Coca-Cola, Gilette oder Walmart in den vergangenen vier Jahren insgesamt 20 Millionen Dollar investiert.

Sie alle hoffen auf ein Vielfaches an Einsparungen, wenn Millionen von winzigen Funkchips auf einzelnen Produkten den Warendurchsatz von der Produktion über Transport und Lagerung bis hin zum Einzelhandel vereinfachen und beschleunigen. "Die RFID-Technik ist in ihrer Entwicklung an den Punkt gelangt, an dem die Koordinierung von Standards und Spezifikationen unter den Anwendern ansteht. Das geht über den Auftrag einer Universität hinaus", so Ashton. "Unser Rückzug bedeutet, dass RFID schon sehr bald Wirklichkeit wird."

Die bisher erarbeiteten Standards werden künftig von EPC Global verwaltet, der Organisation, die bereits die weltweite Standardisierung der Strichcodes auf Waren koordiniert. In den vergangenen Monaten mussten sich Techniker und Unternehmen mit harscher Kritik von Daten- und Verbraucherschützern auseinandersetzen. US-amerikanische Gruppen riefen zu einem weltweiten Boykott der Produkte von Benneton oder Procter & Gamble auf, die vorübergehend RFID-Chips eingesetzt hatten. Industrievertreter wie etwa Sun weisen darauf hin, dass die passiven Halbleiter lediglich Codes aussenden, die nur von dem ursprünglichen System genutzt werden können.

Es sollen also keine Klarschrift-Informationen über das Produkt auslesbar sein. Auch eine Speicherung von Ort und Zeitpunkt des Kaufs oder gar Informationen über die Bezahlung der Ware ist nicht möglich. Wegen der anhaltenden Proteste sichern die Hersteller und Einzelhandelsunternehmen aber inzwischen zu, dass die Chips an der Einzelhandelskasse verlässlich unbrauchbar gemacht werden könnten.
   

Engländer testen Funkchips im Kaufhaus

Datenschützer warnen vor RFID-Etiketten

17.10.2003

Die englische Einzelhandelskette 'Marks & Spencer' hat eine Testreihe mit Etiketten gestartet, in die RFID-Chips (Radio Frequency Identification) integriert sind. In ihren britischen Niederlassungen hoffen die Modehändler, mit der Technologie ihre Lagerbestände besser kontrollieren zu können. Die 'intelligenten Labels' senden über Kurzstreckenfunktechnik eine Ziffernfolge aus, mit der sich, ähnlich wie auf einem Barcode, Informationen zum Lagerstand und Produktbeschaffenheit ablesen lassen.

Der Aufschrei aus den Reihen der Datenschützer ließ nicht lange auf sich warten: Sie warnen vor dem Missbrauch, der mit den Funketiketten betrieben werden könnte. So könnten etwa Informationen über den Aufenthalt des Kunden erhoben werden, wenn nach dem Kauf die Chips noch aktiv sind. Hier gerieten vor allem die Chip-Anwender Tesco und Gillette ins Kreuzfeuer der Kritik. Walmart hatte einen Großversuch vor einigen Wochen ebenfalls abgeblasen und ausschließlich in seinen Lagerhallen weitergeführt.

Ein Sprecher von Marks & Spencer betonte, dass für den Probelauf nur sehr beschränkt Daten ermittelt werden, wie etwa Farbe, Größe und Lagerbestand des Produkts. Außerdem bemühe man sich um einen transparenten Umgang. So sind die Chips nicht etwa in die Kleidung eingenäht, sondern werden an Papier-Etiketten geheftet, sodass sie nach dem Kauf entfernt werden können. "Ungeachtet der Zahlungsart werden keine Verknüpfungen zwischen den Informationen des Chips und dem Kunden hergestellt", versicherte ein Sprecher.

   
      

Helmut Langenbach  
Mitglied der Bürgerwelle e.V. 
E-Mail: strahlung.gratis@online.de